Superzelle in Erkelenz am 21.7.2009

 

Am 21.7.2009 bildeten sich mehrere Gewitterzellen im nahen Grenzgebiet zu den Niederlanden. Auf dem Radar konnte man dies sehr gut verfolgen. Ich war mir nicht sicher wo ich hin fahren sollte um diese Gewitter zu fotografieren. Mein eigentliches Ziel war Duisburg.

Als ich mir am Ortsausgang von Sinnersdorf (Erftkreis) den Himmel so anschaute, verwarf ich diesen Gedanken gleich wieder. Ein Anruf auf dem Handy von Thomas Heinemann, der mit einem anderen Chaserteam unterwegs war, sagte mir, daß die Zelle die auf Duisburg zu zog ihre Richtung gewechselt hatte und das Grevenbroich ein guten Standort wäre, um diese Zelle dort abzufangen.

Auf dem Weg dahin rief mich Ansgar Berling an. (Skywarn) Er berichtete mir, das die Zelle eine gefährliche Superzelle sei. Die großen Hagel produzierte. Ich sollte sehr vorsichtig sein und er wünschte mir viel Glück. In der Zugbahn lagen unter anderem die Orte Heinsberg und Erkelenz. Auf freier Fläche in Grevenbroich, konnte ich das Monster sehen und eine gigantische Wallcloud ging fast bis zum Boden. Solche Wolken hatte ich zum letzten mal im Mai in den USA gesehen.

Ich fuhr auf die A46 Richtung Heinsberg. Immer die riesge Zelle rechts neben mir im Blick. Bei Erkelenz verließ ich die Autobahn, fuhr einen kurzen Weg durch die Stadt und weiter über eine Landstraße Richtung Hückelhoven. Kurz hinter dem Ortsausgang Erkelenz, war freies Feld und die rotierende Superzelle mit Wallcloud war vor mir.

Ich hatte Gänsehaut, wie gelähmt vor Faszination und Begeisterung. Der Puls am Anschlag und das Adrenalin hoch. Mit zitternden Händen packte ich schnell die Zeitraffercamera aus und machte ein Zeitraffervideo. Viele Bilder folgten mit dem Fotoapparat. Blitze zuckten und die Donner waren wie Kanonenschläge. Ich hielt mich ca.15-20 Minuten am Straßenrand auf. Die Zelle rotierte und die Wallcloud war fast am Boden. Es war ein atemberaubender Anblick. Aber nicht ganz ungefährlich, weil ich die schlechteste Position hatte. Ich stand genau in der Zugbahn und musste mich überrollen lassen. Allerdings hatte ich mir einen Fluchtweg vorher ausgesucht.

Ich hatte am Ortsausgang einen Tankstelle gesehen, die Überdacht war. Als die ersten Regentropfen vom Himmel klatschten, bin ich los und habe unter der Tankstelle Schutz gesucht. Kaum dort angekommen kam der Downburst, danach folgte sintflutartiger Sturzregen und Hagel bis ca.3 cm. Vereinzelnt waren Körner bis 4 cm bei. Abgerissene Äste umgestürzte Bäume sowie überflutete Straßen waren die Folge. Die A 44 war zeitweise gesperrt. Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun. Anwohner waren fassungslos. So etwas hatten sie noch nicht erlebt. Einige sprachen von einem Tornado, wobei ich an Hand der Schäden eher auf einen Downburst tippe.

Ich war ohne Laptop unterwegs und möchte mich hier an dieser Stelle bei Ansgar Berling und Thomas Heinemann für die wertvollen Informationen recht herzlich bedanken.

Es war das Eindruckvollste Erlebnis in Sachen Chasing, was ich bisher in Deutschland erlebt hatte.

 

 

 

 

 

 

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